Hochschulmarketing und seine Tücken

Hochschulmarketing und seine Tücken

Eine eigentlich gut überlegte Hochschulmarketing-Kampagne eines großen deutschen Technologiekonzerns war, dass im Vorfeld einer Reihe von großen Uni-Events Anfang 2012 Kaffeebecher aus Pappe mit dem Veranstaltungstermin an Uni-Cafeteria-Betreiber geschickt wurden. Die Studenten tranken ihren Coffee to go aus einem Veranstaltungsflyer in Becher-Gestalt. Fast drei Jahre später sieht man an der TU Dresden immer noch vereinzelte Becher. Fazit: Hochschulmarketing ja, aber bitte auch darauf achten, dass Werbematerial sich nicht zu arg verselbstständigt.

105 Jobs in Dresden!

XING: „105 Jobs in Dresden!“ Bisher hatte ich von Dresden immer den Eindruck als gäbe es hier keine Jobs – zumindest für Absolventen (A). Leipzig dagegen – so vernimmt man regelmäßig von Dresdner Studenten – hat eine Menge davon (B).

Jobs nach Einstiegslevel in vier deutschen Städten (Quelle: XING, 13.12.2013)

Jobs nach Einstiegslevel in vier deutschen Städten (Quelle: XING, 13.12.2013)

Wenn wir uns die Aufteilung der Jobs in (1) Studentenjobs / Praktika (2) Jobs für Berufseinsteiger (3) Jobs für Berufserfahrene (4) Management-Jobs ansehen, lässt sich Vermutung A bestätigen, Vermutung B allerdings ganz und gar nicht. Wer als Absolvent nur bei XING nach Jobs in Leipzig sucht, muss sich erst gar keine Bewerbungsmappen kaufen gehen. Das Ergebnis für Berlin sieht nicht deutlich besser aus Absolventensicht aus. Am besten schneidet im Vierervergleich die nordrheinwestfälische Landeshauptstadt ab, welche von der Größe her ja etwa auf dem Niveau von Dresden und Leipzig liegt. Die Uni Leipzig und die TU Dresden haben zusammen etwa 62.000 Studentinnen und Studenten.

Studium optimieren – Teil 1

Wie lässt sich das Studium optimieren? Ich möchte das Thema gar nicht allzu systematisch oder wissenschaftlich  angehen, denn: Ich gehe davon aus, dass die wenigsten Studenten ihr Studium „systematisch“ optimieren – Wenn sie es überhaupt tun.

Lassen Sie uns das Studium einmal als zielgerichteten Prozess verstehen. Das Ziel dürfte für die meisten der Berufseinstieg sein. Wenn Sie Philosophie studieren, das ist natürlich ein Vorurteil, werden Sie das eventuell anders sehen.

Es existiert also der Prozess oder das System „Studium“ mit einer Vielzahl von Variablen (Kurse, Klausuren, Noten, Kommilitonen, usw.). Eine Frage, welche ziemlich oft funktioniert, ist die nach dem Kunden. Wer ist also der Kunde des Studiums? Meine potenziellen Arbeitgeber. Wer ist das wiederum? Alle Unternehmen, bei denen ich mich nach meinem Studium einmal bewerben werde. Das Ziel des Studiums ist demnach eine erfolgreiche Bewerbung bei einem dieser Unternehmen. Sie ist in unserem Modell der Eintritt in eine Möglichkeitsschiene des Systems „Karriere“, also eine spezifische, individuelle Laufbahn. Zusammengefasst ist das Ziel des Studium vor allem eins: Eine oder mehrere für die von mir individuell favorisierte(n) Karrieremöglichkeit(n) optimierte Bewerbung(en).

Exkurs: Die vielleicht wichtigste oder fundamentalste Entscheidung hat man als Student bereits getroffen, nämlich die für sein Studienfach. Die Implikation, dass man demnach schon vor dem Studium mit der Karriereplanung beginnen sollte, halte ich für unbrauchbar: Welcher normale Abiturient tut das schon? Außerdem hoffen wir doch, dass unsere Abiturienten sich für das Fach entscheiden, welches sie interessiert. Dass auch karrieretechnische Gedanken eine Rolle spielen, ist für Geisteswissenschaftler sicherlich leichter abzustreiten als für Mediziner, sie dürften im Durchschnitt aber noch nicht allzu konkret bzw. zielgerichtet sein.

Natürlich ist Studieren (hoffentlich) nicht das einzige, was man tut. Es gib Aktivitäten, die parallel dazu ablaufen, zum Beispiel ein Nebenjob. Diese können wiederum einen positiven Beitrag zur Bewerbung leisten. Das hängt natürlich ganz von den potenziellen Arbeitgebern und deren Präferenzen bezüglich ihrer Mitarbeiter ab. Abschließend existieren wie bei jedem ordentlichen Optimierungsproblem Budgetrestriktionen: Geld, Zeit, Motivation, usw.. Ich will das Ganze jetzt nicht übertrieben formalisieren, sondern in den nächsten Teilen darauf eingehen, welche realen Probleme und Absurditäten sich aus dieser Denkweise ergeben.