Forderungen der Generation Y

Zu den Eigenheiten der Generation Y gibt es eine sehr schöne Präsentation von Orsolya Nemes, die zu erklären versucht, warum die Generation Y, welche gerade in den Unternehmen anzukommen beginnt, anders arbeitet als die älteren Kollegen es tun, erwarten oder gewohnt sind. Meine persönlichen Highlights:

  1. we like to have information at our fingertips -> wer im Privatleben Smartphone, Tablet und Notebook stets zur Hand hat und sogar parallel und synchronisiert damit arbeitet, surft und spielt, erwartet eine ähnliche Usability auch von seinen Arbeitsmaterialien. Es gibt fast nichts frustrierendes, als sich mit langsamen Rechnern und  umständlicher Software herumzuärgern. Hard- und Software sind die Maschinen der Wissensarbeiter und haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktivität.
  2. we need to know why
  3. we like to stand out of the crowd -> eine Möglichkeit ist der Einsatz von Social Software.
  4. we are achievement oriented -> in der Uni drehte sich alles um Abgabedaten, Noten und Prüfungstermine, dieses Mindset nehmen Absolventen hochgradig standardisierter Studiengänge wohl mit in den Berufsalltag. Zielorientierung bedeutet aber noch etwas anderes: Man möchte nicht daran gemessen werden, wie lange man im Büro war, oder wie gestresst man dabei ausgesehen hat, sondern an ehrlichen Arbeitsergebnissen und Qualität.
  5. we like to be free
  6. we like to explore
  7. we like if our work is appreciated
  8. we like to cross the line
  9. we like to have fun -> hier könnte sinnvolle Gamification interessant sein.
  10. give us minimalism -> Minimalismus kann Design, Arbeitsmittel, aber auch Prozesse betreffen. Gerade im letztegenannten Fall bedeutet Minimalismus oft Effizienz.

Studium optimieren – Teil 1

Wie lässt sich das Studium optimieren? Ich möchte das Thema gar nicht allzu systematisch oder wissenschaftlich  angehen, denn: Ich gehe davon aus, dass die wenigsten Studenten ihr Studium „systematisch“ optimieren – Wenn sie es überhaupt tun.

Lassen Sie uns das Studium einmal als zielgerichteten Prozess verstehen. Das Ziel dürfte für die meisten der Berufseinstieg sein. Wenn Sie Philosophie studieren, das ist natürlich ein Vorurteil, werden Sie das eventuell anders sehen.

Es existiert also der Prozess oder das System „Studium“ mit einer Vielzahl von Variablen (Kurse, Klausuren, Noten, Kommilitonen, usw.). Eine Frage, welche ziemlich oft funktioniert, ist die nach dem Kunden. Wer ist also der Kunde des Studiums? Meine potenziellen Arbeitgeber. Wer ist das wiederum? Alle Unternehmen, bei denen ich mich nach meinem Studium einmal bewerben werde. Das Ziel des Studiums ist demnach eine erfolgreiche Bewerbung bei einem dieser Unternehmen. Sie ist in unserem Modell der Eintritt in eine Möglichkeitsschiene des Systems „Karriere“, also eine spezifische, individuelle Laufbahn. Zusammengefasst ist das Ziel des Studium vor allem eins: Eine oder mehrere für die von mir individuell favorisierte(n) Karrieremöglichkeit(n) optimierte Bewerbung(en).

Exkurs: Die vielleicht wichtigste oder fundamentalste Entscheidung hat man als Student bereits getroffen, nämlich die für sein Studienfach. Die Implikation, dass man demnach schon vor dem Studium mit der Karriereplanung beginnen sollte, halte ich für unbrauchbar: Welcher normale Abiturient tut das schon? Außerdem hoffen wir doch, dass unsere Abiturienten sich für das Fach entscheiden, welches sie interessiert. Dass auch karrieretechnische Gedanken eine Rolle spielen, ist für Geisteswissenschaftler sicherlich leichter abzustreiten als für Mediziner, sie dürften im Durchschnitt aber noch nicht allzu konkret bzw. zielgerichtet sein.

Natürlich ist Studieren (hoffentlich) nicht das einzige, was man tut. Es gib Aktivitäten, die parallel dazu ablaufen, zum Beispiel ein Nebenjob. Diese können wiederum einen positiven Beitrag zur Bewerbung leisten. Das hängt natürlich ganz von den potenziellen Arbeitgebern und deren Präferenzen bezüglich ihrer Mitarbeiter ab. Abschließend existieren wie bei jedem ordentlichen Optimierungsproblem Budgetrestriktionen: Geld, Zeit, Motivation, usw.. Ich will das Ganze jetzt nicht übertrieben formalisieren, sondern in den nächsten Teilen darauf eingehen, welche realen Probleme und Absurditäten sich aus dieser Denkweise ergeben.